DER URSPRUNG
des Forum Fotografie Stuttgart e.V. liegt in der Danneckerstrasse in Stuttgart.

1977 / 78 fand hier im Bildungszentrum für Berufsfotografie der erste Meisterkurs statt.
Nach bestandener Prüfung im April 1978 beschlossen die 15 Jungmeister, sich nicht gleich wieder aus den Augen zu verlieren.

Foto: Rainer Langguth

Vorwiegend von Rainer Langguth wurden die ersten Treffen per Rundruf und Postkarte organisiert. Die Meisterkurse zwei, drei und vier schlossen sich in den folgenden Jahren an, die Bindung zur Danneckerstrasse blieb erhalten.
Jetzt war es nicht mehr nur ein gemütliches Beisammensein, jetzt wurden auch schon mal informative Vorträge über Gestaltung und Technik organisiert. Erste Reisen wurden unternommen, es wurde heftig über eigene und fremde Arbeiten diskutiert. Die Teilnehmerzahlen und die organisatorischen Arbeiten wuchsen immer mehr.
Um für Behörden und die damals noch sponsernde Industrie ein Ansprechpartner zu sein, mußte für die lose Gruppierung ein rechtlicher Rahmen gefunden werden.
Am 1. Dezember 1982 trafen sich elf Fotografen bei Rainer Langguth im Studio in der Bergstrasse und gründeten den Verein "Forum Fotografie Stuttgart e.V."
Am 18. März 1983 wurde der neugegründete Verein von den Mitgliedern in der ersten Hauptversammlung bestätigt.

Vom Sinn und Unsinn in nahezu 35 Jahren

Die nachfolgenden Zeilen sollen einen kleinen Eindruck vermitteln von Vorstellungen und Ideen, von Träumen und Zielen, Stammtischen, Seminaren, Studiobesuchen, Reisen, Ausstellungen, Workshops, Gastdozenten, Ausblicken, Jahresgaben, Wäscheleinen.
Vom ganz normalen Wahnsinn also, allerdings vom ganz normalen Wahnsinn unter guten Freunden und Kollegen.

Eine Gemeinschaftsausstellung in der Landesbibliothek in Stuttgart Anfang der achtziger Jahre war das erste große gemeinsame Projekt des Forums. Es folgten mehrere kleine Einzelausstellungen von Mitgliedern und kleinere und größere Gruppenausstellungen, z.B. die schöne und vielbeachtete Ausstellung "Stadtgesichter" im Stuttgarter Hauptbahnhof, und zuletzt zum dreißigjährigen Jubiläum des Forums die Ausstellung "Freiräume" im Rathaus in Stuttgart.

Studiobesuche, Workshops, Seminare, Symposien, Vorträge von Gastdozenten der verschiedensten Fachrichtungen begleiteten uns all die Jahre, waren mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg beschieden.
Endlose Diskussionen über Vorstellungen und Ziele begleiteten uns, immer wieder wurde über den Sinn des Forums diskutiert. Unter anderem auch, ob die Vereinsform das Richtige ist, oder ob es nicht doch sinnvoller wäre, wieder zum Ursprung zurückzukehren, also zu einer losen Gruppierung von Fotografenkollegen, die sich regelmäßig treffen.

Die Einmaligkeit des Forums, im Grenzland zwischen Innung, Arbeitsgemeinschaft, Kunstverein, kommerziellen Vereinigungen und Berufsbünden überdauerte trotz allem die Jahre bis heute. Wir lernten unsere Grenzen kennen, der berufliche Alltag forderte seinen Tribut.

Geblieben ist uns bis heute die gemeinsame Liebe zum Beruf und die Freude am Beisammensein in kollegialer und freundschaftlicher Runde, vorwiegend am Freitagabend, zum Abschluss der Woche.

Wir wollen dazu beitragen, sich mehr und intensiver mit den Inhalten auseinander zu setzen.
Wir wollen zeigen, dass in der Fotografie mehr steckt, als wir oft in der täglichen Arbeit zeigen konnten und zeigen können.
Wir fühlen uns auch zukünftig der Bildthematik verpflichtet und stellen sie in den Mittelpunkt unserer Überlegungen.
Die Zukunft des Berufsstandes hängt im digitalen Zeitalter mehr denn je von der Qualität unseres Umgangs mit dem Bild ab.
Wir wollen uns die Freude am Fotografieren erhalten, die Neugier auf eigene und fremde Bilder nicht verlieren und offen bleiben für alle Richtungen in der Fotografie.